Sitzen bleiben fast unmöglich: “MOTOWN – Die Legende” im Theater am Kurfürstendamm

Mit den Songs von “The Temptations”, “The Miracles”, Stevie Wonder und Diana Ross wurde das Plattenlabel MOTOWN nach seiner Gründung 1959 in den sechziger Jahren zu einem der erfolgreichsten Label auf dem Weltmarkt. Die Lieder gehen bis heute ins Ohr und – wie die Zuschauer im Theater am Kurfürstendamm in der Show „MOTOWN – Die Legende“ festellen dürfen – direkt in die Beine.

Foto: Gío Löwe

Bereits 2014 gastierte “MOTOWN – Die Legende” in Berlin. Der Erfolg sprach für sich und so gibt es nun die Wiederaufnahme im Theater am Kurfürstendamm.

Fünf Sänger und fünf Musiker bevölkern die kleine Bühne, auf der sich rote und gelbe Kisten stapeln. Im Hintergrund hängt ein Glitzervorhang.

Die Stimmen der Künstler bewegen sich auf hohem Niveau und sind sehr vielfältig. Die soulige, raue Altstimme von Siggy Davis, die besonders in Nummern wie “When a man loves a Woman” zur Geltung kommt, bildet einen starken Kontrast zur klareren, wärmeren Nuance ihrer Kollegin Taryn Anne Nelson. Zweitere überrascht in zahlreichen Diana Ross Songs mit einem Volumen, das man von einer so zierlichen Person schlichtweg nicht erwartet hätte.

Auch die Herrenriege hat einiges vorzuweisen. David Michael Johnsons Rock-Sound hat ebenso Wiedererkennungswert wie Wilson D. Michaels Bassstimme und Trevor Jacksons rauchiges Timbre, das ein wenig an Popsänger Seal erinnert.

Bei all diesen Unterschieden harmonieren die fünf Sänger hervorragend miteinander und bieten eine grandiose Show.

Choreograph Andrew Hunt greift ein bisschen zu oft in die pantomimische Trickkiste, was bei “Stop in the Name of Love” und einigen anderen Songs dazu führt, dass diese unfreiwillig ins Lächerliche gezogen werden.

Die Band spielt live und mit einer Energie, die unweigerlich auch auf das Publikum überschwappt. Mitgewippt wird schon ab der ersten Nummer überall. Als dann am Ende die Künstler dazu auffordern, aus den Sitzen aufzustehen, kommt der gesamte Saal dem bereitwillig nach.

Von Liebesliedern über Lieder für gebrochene Herzen bis hin zu den für MOTOWN typischen Gute-Laune-Songs wie „Shop Around“ ist alles dabei. Dazwischen wird die Geschichte des Labels erzählt, das Berry Gordy Jr. in den sechziger Jahren in Detroit gründete.

Insgesamt bietet “MOTOWN – Die Legende” gute Unterhaltung mit Mitschnipps-Faktor.

Text: Julia Weber

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