Gebündelte Energie – “BLAZE” im Admiralspalast

Seit 2011 gibt es “BLAZE – The international Dance Spectacular”, eine Show, die Street- und Breakdance zur Multimedialen Bühnenshow vereint. Nun tourt die Produktion durch Deutschland und machte auch Halt im Admiralspalast.

Foto: Roy Beusker

Foto: Roy Beusker

Unter der Leitung von Anthony Van Laast ist “BLAZE” eine Show voller Superlative. Knapp eineinhalb Stunden lang bebt die Bühne unter den perfekt synchronen Bewegungen der Crew (Choreographien: Mike Song, Kenny Wormald, Lyle Beniga, Chris Baldock) , prasseln die Beats auf die Trommelfelle der Zuschauer und werden mit Lichteffekten (Patrick Woodroffe) immer neue Umgebungen geschaffen.

Das Bühnenbild (Es Devlin), ein Sammelsurium aus Kisten, Kästen, Schränken, Schubladen und einem Bett ist so vielseitig wie die Kostüme der Tänzer (Kendra Horsburgh) die in der Gruppe harmonisch zu einem Gesamtbild verschmelzen, gleichzeitig jedoch jeden Tänzer als klar erkennbares Individuum herausstechen lassen. Da gibt es beispielsweise den Football-Spieler, das Gothik-Mädchen und den Rocker.

DJ Walde remixte die Musik zur Show. Von Michael Jacksons “Billy Jean” bis zu Lady Gagas “Pokerface” ist alles dabei. Meistens treiben harte Rhythmen die Show vorwärts. Es passiert so viel gleichzeitig auf der Bühne, dass die massiv zum Einsatz kommenden Lichteffekte manchmal zu viel des Guten sind und zur Reizüberflutung führen. “BLAZE” bietet nur wenige Entspannungsmomente für Auge und Ohr. Hier sei vor allem die quietschig-bunte “Good Morning” Sequenz genannt, aber auch der Pas de Deux, bei dem tänzerisch die Beziehungskrise eines Paares dargestellt wird.

Vollmundig kündigt “BLAZE” an, Musical-Elemente mit Streetdance zu verbinden. Was der Zuschauer geboten bekommt, sind jedoch eher zusammenhangslos aneinander gereihte Szenen als eine durchgängige Story. Dass Tanznummern in szenische Zusammenhänge eingebaut werden, ist beileibe nichts Innovatives. Allerdings hätte es der Show gut getan, diese Szenen Teil eines großen Ganzen werden zu lassen. So fragt man sich unwillkürlich, was die drei Hotelpagen vom Anfang, die die Koffer auf die Bühne rollen, auf denen im Folgenden eine schmissige Tap-Dance Nummer dargeboten wird, mit dem “Comic Relief” Mann, der bei “Atomic Food” den ganzen Saal zum Tanzen animiert (“Tanzen wie ein Brokkoli”) und dem akrobatischen Breakdance-Trio zu tun haben.

Die Geschwindigkeit mit der die Show voranschreitet, lässt das Publikum beinahe atemlos zurück. Das bunte Feuerwerk aus Breaking, Locking und Popping, in das sich unbemerkt auch Einflüsse aus anderen Tanzrichtungen mischen, ist eine Tanzshow auf hohem Niveau: Mitreißend, energiegeladen und schrill.

Text: Julia Weber

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